Vergleich Wanderstöcke gegen NW-Stöcke

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Unterschied Wanderstöcke und Nordic Walking Stöcke

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Wo liegen die Vorteile von Stöcken und braucht ich diese überhaupt? Stöcke sind ein Hilfsmittel oder auch Trainingsgerät. Der Einsatz bestimmt daher die Auswahl und Funktionen. Wir vergleichen einmal die Wanderstöcke und die Nordic Walking Stöcke.

Wanderstöcke vs Nordic Walking Stöcke

 

Wanderstöcke


Ich fange mit den Wanderstöcken an. Grundsätzlich gibt es diese wohl schon seit tausenden Jahren, denn man erkannte recht früh die Vorzüge und oftmals reichte schon ein Stück Holz, Ast oder Rute für diesen Zweck. Diese sollten bei unwegsamen Gelände für Sicherheit sorgen. Händlern die ihre Waren auf dem Rücken trugen dienten sie auch als Entlastung und zusätzliche Bewegungshilfe.

Aber wir haben das Jahr 2012 erreicht. Neue Materialien, Möglichkeiten und Techniken haben das Wandern erreicht. Dennoch hat sich an dem Einsetzzweck nichts geändert und noch immer nutzt man diese Vorzüge nur allzu gern. Besonders das Gefühl der erhöhten Sicherheit in unwegsamen Gelände ist für viele das wichtigste Kriterium und schaut man sich die Unfallstatistiken an, sicher auch die Notwendigste. Die meisten Unfälle (auch die mit Todesfolge) entstehen durch Umknicken im Fußgelenk und Wegrutschen auf den Wegen. Daher haben Wanderstöcke auch besondere Spitzen und Schlaufen. Ihr nutzt diese als zusätzliche Stabilisierung und auch für ein verbessertes Gleichgewicht.

Aber Sicherheit ist nur soviel wert wie das Material, das man verwendet. Ich habe doch recht schlechte Erfahrungen mit Discount-Wanderstöcken gemacht und rate daher zu Markenware wie LEKI.

Aber die Stöcke wirken auch entlastend und besonders bei längeren Touren läuft man länger aufrecht oder nutzt bei Anstiegen diese zum Schieben.

 

Merkmale:

  • Meist dreiteilig, um Platz zu sparen
  • Leicht um Gewicht zu sparen
  • Dicke und rutschfeste Griffe für einen besseren Halt
  • Eiform bei LEKI
  • Einstellbare Schlaufe
  • Gehärtete und speziell geformte Spitze

Preise: 50 – 120€ je nach Marke und Ausführung.

 

Nordic Walking Stöcke.


Diese sollen eine Technik unterstützen und sind daher anders aufgebaut. Besonders an der Griff- Schlaufenkombination ist sehr gut zu erkennen, dass die Unterschiede erheblich sind. Vorrangig sollen diese die Vorschubbewegung in Halbkreisform unterstützen und es ermöglichen, dass der Walker die Hände ab der Hosennaht öffnen kann. Daher ähneln die Schlaufen eher kleinen Handschuhen, in die man reinschlüpfen muss, So wird der nötige Druck auf die Stöcke ausgeübt. Diese Daumenschlaufen liegen gut um die Hand und sind nur über einen sehr kleinen Punkt am Stock angebracht. Entweder verlaufen dann robuste Schlaufen in den Griff oder sie sind in Form eines Keils / Rings angebracht, den man abnehmen kann. So kann die Kraft sehr effizent auf den Stock übertragen werden und der Walker verliert trotz Öffnen seiner Hände nicht den Stock und kann ihn somit wieder greifen.

Ansonsten sollten die Schäfte der Stöcke sehr verwindungssteif sein und beim Aufsetzen nicht vibrieren. Die Spitze des Stocks sollte für den jeweiligen Verwendungszweck passend sein. So kann man bei sehr weichem Untergrund auch mal Schneeteller nutzen oder Asphaltpads auf Strassen.

 

Wichtig beim Kauf:

  • Man sollte sich in der Schlaufe wohl fühlen.
  • Die Schlaufe sollte Luft an die Haut lassen.
  • Wenn man die Hand nach hinten öffnet, sollte der Griff gut zwischen Daumen und Zeigefinger liegen.
  • Der Griff sollte schmal, aber ergonomisch sein.
  • Als Material für den Griff sollte Kork oder Schaumstoff verwendet werden, Gummi fühlt sich nicht so gut an und wird teilweise in Kombination mit Schweiß rutschig.
  • Beim Aufsetzen darf der Stock nicht nachfedern / vibrieren.
  • Die Spitze sollte aus Widea sein.

 

Die Nordic Walking-Technik kann auch gut auf das Wandern übertragen werden. Daher gab es damals die Idee die gesunden Vorteile von Nordic Walking mit dem Wandern zu kombinieren. So entstand auch der Name “Nordic Wandern”. Man nutzt dabei auch die Stöcke, das Abrollen der Füße und die Diagonaltechnik des Nordic Walkings, macht allerdings kürzere Schritte und kann so seine Geschwindigkeit der Gruppe oder Familie anpassen.

 

Vorteile:

  • Man nutzt mehr Muskeln.
  • Man läuft aufrechter, auch über längere Strecken.
  • Es wärmt am ganzen Körper (besonders im Winter ideal).
  • Die Technik verhindert geschwollene Wanderhände, da die Durchblutung in den Händen besser unterstützt wird.
  • Nordic Wandern ist ideal, wenn man zügig beim Wandern unterwegs sein will.
  • Der Trainingseffekt des Körpers ist besser als beim Wandern.
  • Der Stil ist eine gute Vorbereitung für Klettersteige.

 

 

Ein Hybride von Leki


Ein Stock, der Nordic Walking-Technik mit den Vorzügen von Wanderstöcken kombiniert? Ja, das gibt es. Der LEKI “Traveller” ist so einer, den bereits viele als einen der besten Stöcke zu schätzen wissen.

Der Grund ist ganz einfach: Der Outdoor-Freund kann die Stöcke normal zum Training nutzen oder eben auch auf langen Wandertoure.

Dennoch ist er sehr gut zu verstauen durch seine Zweifach-Verstellungen oder sehr lang ausziehbar für schwieriges Gelände. Dennoch ist der Stock recht steif und vibriert ungewöhnlich wenig, was auf langen Strecken sehr angenehm ist.

Auch der typische LEKI Dorn wurde wieder eingesetzt und dieser hat sich bereits bei unzähligen Stöcken bewährt. Weiterhin lässt sich die Schlaufe gut vom Griff lösen dank des Shark-Griffes.

 

 

 

Welche Technik?

Ich habe es damals als “Nordic Wandern” bezeichnet. Es war aufgebaut auf der Grundtechnik von Marko Kantanewa oder auch dem ursprünglichen Stocklauf. Und seit 1930 setzen führende Skilanglauftrainer weltweit diese Basistechnik als Training ein und das recht erfolgreich. Also gibt es wohl kaum einen Grund daran viel zu ändern, außer dass man eben nicht im Trainingstempo läuft, sondern kürzere Schritte wählt und somit auch die Stöcke kürzer sind.

Daher kann man Techniker nutzen, die auch der VDNOWAS, DSV, GNFA und auch viele Trainer in örtlichen Sportgemeinschaften anbieten.

Ich rate ernsthaft von der ALFA-Technik ab.