Die 7-Seen-Wanderung – Bericht, Bilder und Emotionen

Es ist Sachsens größtes Wanderevent und zeigt, wie schön das Leipziger Neuseenland ist. Die Teilnehmer kommen von nah und fern zu diesem Wander-Wochenende, wo es zahlreiche Touren zwischen 10-108Km Länge gibt.  Wenn dann noch das Wetter so gut mitspielt, ist gute Stimmung garantiert. Ich habe mich mit meiner Kamera auf gemacht und habe euch Eindrücke von mehreren Wanderungen gleichzeitig gemacht. Die haben das recht clever gelöst, aber dazu später mehr. Lest den Wanderblog zur 7-Seen-Wanderungen >>> 

Die 7-Seen-Wanderung

im Leipziger Neuseenland


Termin 2019: 3.-5. Mai 2019


Es ist 22.30 Uhr als ich nach Markkleeberg zur 7-Seen-Wanderung  fahre. Der Himmel ist sternenklar, der Mond scheint und ich kann entspannt der Sonnenaufgangswanderung entgegen fahren. Als ich 1:30 Uhr ankomme, bleiben mir noch 2,5 Stunden für ein Nickerchen. Dann packe ich meine Kameras und los geht es. Eigentlich bin ich ja weit von meinen sonstigen Events, aber auch hier sind die Wanderer völlig entspannt, scherzen und sind gut drauf. Man kommt schnell ins Gespräch und einige wollen gleich vorher – nachher Bilder 😉 Das besondere Wanderfeeling scheint überall gleich zu sein.

7 Seen Wanderung

 

So langsam rückt die Zeit für den Start näher.  Um 4:30 Uhr soll es los gehen. Die Schlange an der Anmeldung ist noch recht groß und dazu kommen noch 2 Zubringer-Busse aus Markkleeberg von weiteren Wanderern. Das summiert sich auf eine beachtliche Starterzahl für die beiden Sonnenaufgangstouren.  Der Termin ist zwar nicht zu halten, aber so wirklich stört das Niemanden und angesichts von 5° Grad, starten die Teilnehmer einfach mal so. Außerdem kommen die Extremwanderer dazu, die natürlich durch laufen.  Diese haben nun etwa 40 Km hinter sich. Läuft 😉

7 Seen Wanderung

Sonnenaufgang am Aussichtsturm Halde Trages

Dieser Aussichtsturm steht auf einer Höhe von 228m und ist selber 33m hoch. Hört sich vielleicht nicht viel an, aber das Leipziger Neuseenland ist nur leicht hügelig. Daher hat man eine extreme Weitsicht in alle Richtungen und auf die Seen.

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Während die Wanderer in Richtung Turm laufen, geht die Sonne an. Am Start ist es noch Stockfinster bei klarem Sternenhimmel, wechselt in die blaue Stunde und man sieht die ersten Sonnenstrahlen. Derweil merkt man, die der Laubwald einen umgibt und es immer mehr Birken werden. Der letzte Kilometer sieht aus, wie in den russischen Märchenfilmen. Ein Grasweg der von Birken, Büschen und Laubbäumen gesäumt ist. Dazwischen sticht immer mal wieder die noch tief stehende Sonne durch.

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Ich hoffe, ich konnte dieses einzigartige Flair gut einfangen.  Oft halfen mir auch die Wanderer, die sich gern fotografieren ließen und winkten.

Bis zum Turm gibt es noch einige Sitzmöglichkeiten, aber die sind echt in die Jahre gekommen, wie auch die Wegweiser.

 

Auf dem Aussichtsturm der Halde Trages.

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Am Turm angekommen, ragt er weit über die Baumkronen. Die Wanderer gehen fast alle vorbei, was nicht wirklich verwundert. Einige haben schon mehr als 50Km hinter sich oder waren die Jahre zuvor schon oben. Einer kommt hoch und stellt sich als Model zur Verfügung. Dafür soll ich ein Bild von ihm mit seinem Handy machen.  Schöner Deal!

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Ich mache zahlreiche Bilder von den Wäldern, Seen und der Weitsicht. Der Turm hat eine wirklich große Plattform und 4 Infotafeln in alle Richtungen. Als ich alles im Kasten habe, gehe ich wieder runter.

Ich laufe die 3 Km zurück zum Auto und treffe weitere Wanderer. Sie sind das hintere Feld und dort kommt man schneller ins Gespräch. Ein paar Worte hier, eine paar Sätze dort. Ich erfahre, dass es allen sehr gut gefällt und meist hadern sie nur mit der eigenen Kondition und Blasen. Wie üblich nimmt man das aber mit Humor und wandert weiter 😉

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Dann treffe ich noch alte Bekannte, die ich häufig auf den 24h Wanderungen treffe.  Ich schätze deren Meinung zu den Events sehr, da sie auch viele kennen und Vergleiche ziehen können. Für mich ist das immer sehr wertvoll und bisher hat es ihnen sehr gut gefallen. Reiht sich also in meine Beobachtung und den Aussagen der anderen Wanderer ein.

 

 

Abstecher zum Haselbacher See

Ich staune nicht schlecht, als ich am Deutzener Kulturpark stehe. Als EBMer war ich dort schon zum NCN und nun, da ich die Region kennen lerne, kommt schnell die Idee das NCN mit einem Urlaub im Leipziger Neuseenland zu verbinden. Beim Amphi machen wir das ja auch so.

Ich begebe mich an den Haselbacher See und die Wege um den See sind zuweilen sehr naturnah. Um den See gibt es dazu noch die übliche Wanderautobahn, aber selbst die blüht zur Zeit. Ich bin ganz alleine, habe den See für mich 😉 und würde am Liebsten hier bleiben, Decke auspacken und Picknick holen.  Wirklich was für einen Urlaub….

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Bockewitzer See

Meine nächste Station und auf dem Weg dorthin, sehe ich noch eine Verpflegungsstation einer anderen Tour. Hier gibt es einen Aussichtspunkt auf eine richtige Braunkohlehalde inklusive einen  riesigen Abraumbagger. An der Station selber gibt es Getränke, Stullen, Kuchen und ein Unterhaltungsprogramm. Eine, ich glaube man es Square Dance, Gruppe tanzt zu Country-Musik.

Ich fahre weiter zum Bockewitzer See. Der See und das Ufer sind schön, aber der Weg um den See ist Asphalt. Ein naturbelassener Weg durch die schönen Wälder und Wiesen, wäre das i-Tüpfelchen. Daher umfahre ich den See und treffe die Wanderer dahinter.

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Unterwegs bei den Wanderern

Nach den 7 Kilometern zum Aussichtsturm, war es nun soweit und ich konnte wieder ein Stück mit den Wanderern laufen.  Ich lief mit in Richtung Schönau, wo zuerst ein toller Waldabschnitt kam. Danach kamen gelbe Rapsfelder und kleine Teiche.  Die Landschaft ist allgemein sehr schön und hat immer so kleine idyllische Plätze.

Ich sollte das mit dem Urlaub im Leipziger Neuseenland wirklich mal machen. Die Wandermöglichkeiten an sich sind toll und so langsam werde ich neugierig, wie die Wanderwege sich dort im Detail gestalten oder es gar Qualitätswanderwege gibt?

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Der Hunger nach Bildern – Mach bitte auch eines von mir….

Ich war ja schon oft auf Wanderevents, aber hier war das irgendwie ungewöhnlich(er). Das man gerne posiert, scherzt und kurz redet ist ja normal und irgendwie kurzweilig, aber das die Wanderer so aktiv wegen Fotos fragen, war mir neu.  Oft sollte ich auch gleich noch eines mit ihren Smartphones machen und man wollte wissen, wo man die Bilder bekommt.

Selbst in Steinach beim der leckeren Kartoffelsuppe wurde ich angesprochen um weitere Fotos zu machen.

Obwohl ich nur kurz im Ziel war, kamen 2 der 108 Kilometer Wanderer auf mich zu und sagten, dass es nach einer solchen Leistung wirklich schön wäre, ein Zielfoto zu haben. Die Frau wurde dann noch etwas genauer und schreibt wohl dem Veranstalter eine Mail.

Meine Bilder dürft ihr natürlich zu privaten Zwecken nutzen und wir nutzen die Bilder, um die Veranstaltung noch etwas bekannter zu machen. Ihr habt die Bilder sehr stimmungsvoll aussehen lassen, was echt großartig ist! DANKE! War mir wieder eine Ehre und freue mich auf ein Wiedersehen!

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Schönau – Vom Stolz des Ehrenamtes

Noch 999m bis zur Kartoffelsuppe war auf einem Laken zu lesen. Improvisiert, aber soooo herzlich. Darunter stand Eierlikör und es gab Gummibärchen dazu. Was für eine Mischung! Fehlt nur noch Pfeffi 😉 Ich machte Bilder und es kam der Spruch: Wir machen das schon so lange und die Zeitung bringt das nie. Ich bin nicht die Zeitung, sondern bringe, was den Wanderern gefällt: Also hier das Foto ganz für euch und danke, dass ihr die Wanderer so motiviert!

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An der nächsten Station dann ein Schild mit der sinngemäßen Aufschritt: Wir unterstützen die Wandertage seid 15 Jahren. Das war die Ortsgruppe von Schönau und man sieht ihnen das Herzblut an, mit dem sie die Wanderer bewirten. Immer wieder ein nettes Wort, man fragt ob sie was brauchen… viele Kleinigkeiten, die die Wanderer gerne annehmen.

Und dann kommt das Erlebnis, was mir ewig in Erinnerung bleibt. Ich gehe zum Auto und es kommt mir eine Frau mit Apfelkuchen entgegen. Wollen Sie ein Stück warmen Apfelkuchen? Kann man da wirklich nein sagen? Nö. Ich nehmen mir ein Stückchen, fotografiere die Frau und den Apfelkuchen. Sie sah so unendlich glücklich aus und ging weiter zum Versorgungspunkt…. damit war es aber nicht zu Ende…

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Ich kam später noch einmal an den Stand. Da gab es nämlich ein sehr leckeres naturtrübes Radler… und ja, den Apfelkuchen 😉 und traf die Frau wieder. Ganz stolz meinte sie, dass die Wanderer ihr den Kuchen förmlich aus der Hand gerissen haben, nachdem sie uns beobachtet hatten.

Gibt es etwas schöneres, als den Wanderern selbst gemachten warmen Apfelkuchen zu gben und zu sehen, wie es ihnen schmeckt und sie sich bedanken? Ein Moment des Glücks.

Dieses Erlebnis soll stellvertretend für die vielen Helfer stehen.  Auch in Steinach habe ich ein Schild mit den 15 Jahren gesehen. Dort gab es ein 3-Gang-Menü aus  leckerer Kartoffelsuppe 😉 mit frischem Brot und Bowu.

Da ich selber Wanderer bin, sehe ich alles auch aus der Sicht des Wanderers. Danke für das, was ihr den Wanderern Gutes tut. Danke für soviel Herzblut.

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Im Ziel

Der Markt im Ziel ist sicherlich Ansichtssache. Ich freue mich da immer, wenn ich einen Fischstand sehe. Einige der Wanderer saßen auch auf den Biertischgarnituren zusammen. In einem eigenen Bereich gab es dann die Stempel, etwas zu essen und Stände der Sponsoren.

Ich machte Bilder der Finisher  und als eine Gruppe kam, wurde ich weg geschickt. Ich solle den Ablauf nicht stören, damit sich keine Schlangen bilden. Eine Frau der 108 Kilometer Wanderung sah das und kam danach auf mich zu und sagte Sinngemäß:

Wir sind 108 Kilometer gewandert, kommen hier durch den doofen Markt und keiner begrüßt uns, keiner lobt uns, keiner sagt etwas, keiner macht ein Zielfoto… nur dieser Stand zum abstempeln. Und sie haben ein paar nette Worte für uns im Ziel, machen Bilder und werden entfernt…

 

Ansich hatte sie wohl recht, aber scheinbar haben wir einen sehr unglücklichen Zeitpunkt erwischt und weil man mich gebeten hat, nicht zu stören, habe ich das auch nicht länger verfolgt. Normalerweise stehen dort 2 Mädels und überreichen die Medaillen und begrüßen die Wanderer.

Timing ist manchmal eine Wildsau 😉

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Fazit der 7-Seen-Wanderung

Es war für alle Beteiligten ein gelungener Tag. Die Sonne schien, aber es war nicht zu heiss, was ideales Wanderwetter bedeutet. Alle Wanderer mit denen ich gesprochen habe, lobten das Event, Organisation und Landschaft. Man kann sagen, die 7-Seen-Wanderung ist ein Landschaftslauf, den ihr unbedingt einmal ausprobieren solltet.

 


5 Gründe, warum ihr einmal mitwandern solltet:


  1. Sehr schöne Landschaft
  2. Viele gesellige Wanderer
  3. Es kam viel Lob von den Wanderern für die Organisation
  4. Viele herzliche Helfer bis hin zum warmen Apfelkuchen!
  5. Sehr gutes Preis- / Leistungsverhältnis ( 108Km Wanderung nur 34€ )
  6. Zahlreiche Nacht-, Mond-, Sonnenaufgangs-, Tages- und Themenwanderungen

 


Vlog der 7-Seen-Wanderung



 

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3 Gedanken zu „Die 7-Seen-Wanderung – Bericht, Bilder und Emotionen“

  1. Schöner Bericht über ein wirklich tolles Event. Und schön mit der Kamera eingefangen.

    Und ja, an den Gedanken mit dem Zieleinlauf ist leider etwas wahres dran.

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  2. Kann man auch als nordic walker teilnehmen und diesen als Training für einen ultra nutzen, oder steht der spass im Vordergrund?
    Danke für eine kurze Antwort.

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    • Ich war ja zur Nordic Walking Boomzeit so etwas wie der Nerd im Internet und habe es nie verstanden, warum man da solche Grenzen zieht… ehrlich, du kannst Nordic Walking auf jedem Wanderevent machen. Vor allem ist die Schubtechnik sogar effizienter, da die Kräfteeinteilung besser ist. ´Da kommt die Tage sofgar ein Video, warum Nordic Walking Stöcke bei Events besser sein können. Viel Spaß unterwegs!

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