Schluchtensteig – Bericht der Etappe 5 mit GPS und Tipps zur Wanderung

Wer kennt ihn nicht, den Schluchtensteig. Als bekennender Fan von Schluchten und Klammen, ist der Schluchtensteig natürlich ein Highlight. Ich hatte schon viel Gutes gelesen und obwohl er mit seinen 10 Jahren ein noch recht junger Steig ist, dürfte er zu den Bekanntesten im Schwarzwald gehören. Mein Auftrag: Ich sollte den Schluchtensteig auf Etappe 5 erkunden und irgendwie war er anders als gedacht… ganz anders… Im Reiseblog erfahrt ihr, warum der Abschnitt so gar nicht meine Erwartung erfüllt hatte…

Der Schluchtensteig

Das es ganz anders werden würde, als ich mir das vorgestellt habe, hätte ich nicht gedacht. Ehrlich gesagt, meine Vorstellungen waren so weit von der Realität entfernt…. unglaublich. Heute werdet ihr eine andere Seite des Schluchtensteigs kennen lernen, denn der bietet eine andere Sicht auf den Schwarzwald – wortwörtlich.

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5 Gründe die Etappe 5 zu wandern:

  • Abwechslungsreicher Streckenverlauf
  • Gasthof Klosterweiher und hier die Nudeln mit Hack und Apfelmus probieren 😉
  • Tolle Panoramaaussichten auf den Südschwarzwald
  • Intakten Wiesen auf der Hochebene
  • Viel Abwechslung wie die Wehraquelle, Höfe, Himmelsliegen, Schutzhütten, Bergwerk, Feldbergblick usw.

Empfehlung

Schluchtensteig - Bericht der Etappe 5 mit GPS und Tipps zur Wanderung 24In Baden-Württemberg gibt es viele schöne Wanderwege und Susanne hat euch 12 der schönsten Wanderungen mit Kindern  zusammen gestellt. Auf einigen war ich schon, daher wirklich zu empfehlen.

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Schluchtensteig GPS

Hier die GPS Daten der Wanderung von Todtmoos nach St. Blasien.

Schluchtensteig Etappe 5

Bei der Vorbereitung würde schnell klar, dass der ÖPNV hier großartiges leistet. Die Schluchtensteig-Etappen sind extrem gut vernetzt und zu erreichen. Ich werde am Ende das einmal näher beleuchten. Ich konnte mein Auto in St. Blasien abstellen und mit dem Bus im 2 Stunden Takt nach Todtmoos fahren und die Wanderung starten. Das geht sogar am Sonntag! Mein Start war kurz hinter Todtmoos, am Ibacher Kreuz.

Gleich an der Bushaltestelle geht es hinein in den Schwarzwald. Bereits hier ist die extrem gute Ausschilderung zu erkennen. Ein großer Wegweiser weist mir die Richtung und zeigt mir die restlichen Kilometer. Ich habe noch 16,5 der insgesamt 19,5 Kilometer von Etappe 5 vor mir. Gleich nach dem Kreuz noch ein kleiner Wegweiser am Baum, damit auch ja nichts schief geht und zwischendurch noch einige, zur Beruhigung. Das ist typisch für die Wege, die mit Wanderbares Deutschland zertifiziert sind.

Die Wehraquelle

Nach wenigen hundert Metern ein Schild, das zur Wehraquelle zeigt. Nach 50m bin ich da und kann ein Schluck köstlichen Quellwassers genießen. Gleich nach der Quelle plätschert sie zwischen Steinen hinunter. Schöne Kulisse, nur die Bänke sind in bemitleidenswerten Zustand.  Die Wehraquelle könnt ihr auch auf anderen Wegen von Todtmoos und St. Blasien erreichen.

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Auf dem Schluchtensteig nach Ibach

Ich wandere weiter durch den typischen Schwarzwald und sehe am Wegesrand riesige Teppiche von Blaubeersträuchern. Ich liebe frische Blaubeeren, doch leider ist die Zeit noch nicht gekommen…. Nach gut einem Kilometer wechselt die Landschaft zu Wiesen und Weiden. Oft wird der Weg sehr pfadig und führt mich um Ibach drum herum. Ich bin auf einem Bergrücken und schaue in die weiten Täler des Südlichen Schwarzwalds. Vor mir Blumen, dahinter Berge mit viel Wald. Ich bin offensichtlich im Naturschutzgebiet Kohlhütte-Lampenschweine. Das 150ha große NSG soll vor allem die Weiden, Moore und felsige Abhänge des Hotzenwaldes schützen. Da stehe ich nun mittendrin und kann mir das Ergebnis ansehen. Dazu noch diese kleine Aussichtsplattform, die das alles abrundet. Hier treffe ich auch eine Frau mit ihrem Kind, die für den nächsten Schulausflug wandern. Das wird eine Mehrtagestour für die 11jährige und da ist Übung eine gute Idee, vor allem hier. Über die Wiesen geht es weiter zum Ibacher Wiesenkreuz und hier sehe ich die erste Schutzhütte.

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Das Ibacher Friedenskreuz

Was für ein Ausblick. Das Ibacher Friedenskreuz ist eine Aussichtsplattform mit Bänken, einer Himmelsliege, Kreuz und dem größten Landschafts-Alpenpanorama im Schwarzwald. Heute ist es zwar diesig, aber die Sicht bei klarem Wetter ist gigantisch. Selbst heute ist es beeindruckend.

Unterhalb des Ibacher Friedenskreuz gibt es einen Wanderparkplatz. Da könnt ihr schnell mal rauf, oder macht die 11,5Km lange Panoramarunde um Ibach. Heisst passender Weise Ibacher Panoramaweg. Da ich bereits einen Teil gewandert bin, kann ich euch den ruhigen Gewissens empfehlen.

Weiter geht es und wieder tauche ich dür ein kurzes Stück in den Schwarzwald ein. Unterwegs eine Sammlung von Steinmännchen und eine Hütte mit Vorhang und Grill 😉 Komische Sache, aber warum nicht.

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Friedrich-August-Grube

Diese Grube ist wohl auch begehbar, aber ich habe es bei einigen Bildern gelassen. Der kurze Rundweg und das Areal ist ziemlich verwildert und wirkt ungepflegt. Eigentlich schade, denn offensichtlich hat man das einst sehr gut angelegt. Es gibt große Infotafeln, der Weg ist breit und man sieht, dass hier viel Erde bewegt wurde.

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Klosterweiher – Einkehr für Hungrige

Kurz darauf stehe ich am Gasthof Klosterweiher, der gut besucht ist. Ein Alkoholfreies Hefe geht immer, aber ich mag gerade nichts essen. Das hole ich am Abend nach und weil es schnell gehen sollte, bietet man mir Hörnlinudel mit Gehacktem und Apfelmus an. Was zur Hölle ist das für eine Kombi? Die Nudels sind überzogen mit einer Hackfleischsoße, die mit Käse überbacken ist. In einer Schale ist das Apfelmus. Man kann das Apfelmus über den Käse machen oder anschließend als Nachtisch genießen. Ich entscheide mich für ersteres…. Überraschend gut. Wirklich!

Har mir gut gefallen. Große Portion, lecker und Preise völlig in Ordnung.

Nun geht es hinauf auf den Dachsberg und wieder erwartet mich eine tolle Aussicht mit Sitzmöglichkeiten. Es geht weiter zum Feldbergblick und obwohl es etwas diesig ist, sehe ich den Feldberg in diesem Bergpanorama.

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Das Hochmoor und die Weiden

Es geht weiter auf das Hochmoor und hier gibt es traumhaft schöne Wiesen und Weiden.  Alles blüht in tausend Farben und lautstark höre ich es summen und zirpen. Tolle intakte Wiesenwelt und als ich wieder in den Wald komme, gibt es das passende Vogelkonzert. Was will man mehr.

Nächster Wegpunkt ist der Lehenkopf mit seinem Holzturm. Eine Himmelsliege in Richtung der Aussicht komplettiert das Panorama. Danach erfolgt der pfadige Abstieg nach St. Blasien.

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Der Dom in St. Blasien

Rechts taucht St. Blasien auf und schnell sieht man die riesige Kuppel. Wirkt beeindruckend, aber auch überdimensioniert. Kirchenfreunde und alle die solche Bauwerke mögen, werden garantiert beeindruckt sein und ihr solltet es besuchen. Mir liegt der kirchliche Mammon so gar nicht.

Aber der Pfad entlang der Felsen, der ist schon eher mein Ding. Ein wirklich schöner Abschluss der Etappe 5. Vor allem jetzt, wo die Sonne tiefer steht und durch die Bäume bricht. Dazu die Felsen auf der linken Seite und überall Gras und Sträucher.

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St. Blasien

Nun geht es ein kleines Stück durch St. Blasien bis zum  Busbahnhof. In der Stadt ist einiges los und hier kann man nach der Tour noch schön einkehren. Es ist eine hübsche kleine Stadt und wer mag, kann noch einen kleinen Spaziergang machen. Unter anderem sehe ich eine Selfie Tafel, wo man sich mit der Schluchtensteig-Karte fotografieren kann.

Wandern in St. Blasien

Nicht nur der Schluchtensteig macht hier einen Zwischenstopp, auch andere Wege gibt es hier. Zum Beispiel den Schwarzwald Albsteig, der den Schluchtensteig kreuzt und diese Stelle nennt man das Wanderkreuz des Südens. Aber es geht auch zum Windberg-Wasserfall und durch die Windbergschlucht.

 

Fazit Schluchtensteig Etappe 5

Die Etappe 5 war anders als erwartet, aber nicht weniger schön. Auf einem Etappenwanderweg darf das auch ruhig sein und bietet für die Wanderer eine willkommene Abwechslung. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb der noch recht junge Steig, zu einem der schönsten Wanderwege im Schwarzwald gehört. Die sehr gute Beschilderung, mehrere Landschaftsformen, viele kleine Hightlights am Weg und eine Einkehrmöglichkeit, machen den Schluchtensteig alles andere als langweilig. Besonders die intakten Wiesen auf der Hochebene, werden mir in Erinnerung bleiben.

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ÖPNV Schluchtensteig – Von Etappe zu Etappe

Bei vielen Wanderwegen steht die Tourplanung an erster Stelle. Wo läuft man los und vor allem, wie kommt man zurück? So gibt es Angebote ohne Gepäck, von Quartier zu Quartier oder der Gastgeber bietet Abholservice. Meist ist das alles umständlich oder teuer. Die Variante mit dem Bus von Etappe zu Etappe, gefällt mir wirklich gut. Selbst an Wochenende fahren die Busse im 2-Stunden-Takt in beider Richtungen. Für den Schluchtensteig gibt es extra ein Prospekt.

Idealerweise fährt man sein Auto an den Endpunkt der Wanderung und shuttelt sich per Bus zum Start. Nach der Wanderung steht das Auto gleich bereit.

 

Günstig: Die Konus Gästekarte

Wer im Schwarzwald Urlaub macht und die Konus Karte bekommt, kann die Busse kostenlos nutzen.

 

Bilder vom Schluchtensteig

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