Ihr glaubt nicht, weshalb Hütten und Almen schließen müssen

Es könnte bald zum sterben von Almhütten in Österreich kommen, wenn keine Einigung zustande kommt. Die Almhütten sind an der Verordnung gar nicht Schuld, aber geraten an ihre Grenzen und darüber hinaus… bis zur Schließung. Besonders die Sommertouristiker fürchten nun um ihre Wandergäste. Zum Hüttenbericht >>

Update: Das geschah danach

Kaum Artikel von mir wurde 2016 öfters geklickt als dieser, denn Almhütten sind bei Wanderern äußerst beliebt. Aber was wurde daraus?

Nachdem erste Almhütten 2016 schließen mussten, alleine am Hochkönig 5, kam es zur Suche nach einer Lösung. Man wollte weder die Attraktivität für die Touristen senken, noch das 2. Standbein vieler Bauern angreifen. Für viele Wanderer ist der Besuch auf einer Almhütte, wo der Senner oder die Sennerin hausgemachtes serviert, ein absolutes Highlight. Eigentlich war das allen Beteiligten klar. So kam es noch im Frühherbst zu einer Einigung.

Die Freigrenze wurde von 15.000 auf 30.000€ angehoben und Rahmenbedingungen geschaffen, die eine Bewirtschaftung der Almhütten weiterhin möglich machen. Hört sich erst einmal gut an.

Die neuen verlassenen Hütten

Viel erfährt man nicht, aber nachdem 2016 ja bereits einige Hütten aufgegeben haben, stolperte ich über einen weiteren Artikel aus dem Bregenzer Wald. Nach einer Bergtour wollte der Wanderer in einer Alpe einkehren und die erste Almhütte war verschlossen, danach auch die Zweite und erst an der Dritten konnte er sich bei einer Jause stärken. Dort erfuhr er auch, dass die Hütten wegend er Registrierkassen geschlossen sind.

Ganz unbeschadet ist man wohl nicht aus diesem gelösten Dilemma heraus bekommen. Bedauerlich für die Almbauern und auch die Wandergäste.

 

Ursprüngliche Nachricht:


Registriekassen- und Belegpflicht auch für Almhütten

Offensichtlich hat man sich in Österreich einiges von Deutschland abgeschaut und führt die Registriekassen- und Belegpflicht ein, die auch für Almhütten gilt. Für die Hüttenbetreiber bedeutet das einen enormen Mehraufwand und für viele ist das nicht zu bewältigen. Nun könnte man ja sagen, dann kauft euch eine Registrierkasse. Aber da fangen die Probleme an, denn viele der betroffenen Hütten haben keinen Stromanschluß.

Den Mehraufwand und die Mehrkosten würden die Bauern gerne über eine ganz einfache Aktion deckeln. Bisher war die Umsatzgrenze bei 15.000 und fordern sie 30.000, was gar nicht so blöde ist. Staat und Almhüttenbetreiber würden mehr Einnahmen generieren und für die Gäste bleiben die beliebten Hütten offen.

Damit sind wir bei der zweiten Seite der Medaille. Almhütten tragen oft zu Attraktivität der Wanderwege und Wanderregionen bei. Sie sind beliebte Anlaufpunkte der Wanderer und Tagesausflügler, werden daher auch oft empfohlen und bereichern mit ihren Almprodukten auch noch die Angebotspalette im Tourismus. Nicht selten nimmt der Gast etwas mit nach Hause, empfiehlt es dort und macht damit die Region noch ein kleines Stück bekannter.

Noch sind Schließungen Einzefälle, aber das kann sich schnell ändern. Vor allem gäbe es kürzere Öffnungszeiten, Hütten würden verpachtet ( ehrlich, ein cooler Wirt als Urgestein, kann kaum von einem Pächter ersetzt werden) oder gänzlich geschlossen. Das da die Sommertouristiker bangen, ist nachvollziehbar.

Zum Verständnis:

Hintergrund waren über 1000 Anzeigen ( weitgehend von Gastronomen) gegen Vereins- und Zeltfeste, die faktisch „steuerfrei“ Feste ausrichteten. Das es nun die Almhütten trifft, ist nur ein Nebeneffekt, wenn auch ein gravierender.