Dachträger für ein Dachzelt

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Dachträger für ein Dachzelt

Welches ist der richtige Dachträger für ein Dachzelt?

Dachträger als Glaubensfrage?

Die Diskussionen kochen immer etwas hoch,  wenn es um die richtigen Dachträger geht. Thule lehnt seine Dachträger fĂĽr Dachzelte ab, andere Firmen ebenfalls und will man es richtig machen, muss man sich an zig Vorschriften und Händleraussagen halten. Ich versuche mal Licht ins Dunkel zu bringen…Lest auch:Testbericht James Baroud Space Evolution

Dieser Bereich ist Werbung, da hier auch mal Marken oder Produkte genannt werden. Affily ist mit * gekennzeichnet.

Tipps fĂĽr Dachzelt Tripps

Schuld bist immer DU!

Mein Dachzeltverkäufer hat mir einen Thule Dachträger für das James Baroud Space Evo empfohlen. Da er der Profi ist und Thule ein guter Name, wird das wohl passen. Wenn nun aber etwas passiert, wer ist Schuld?

DU!

Video:

Der Dachträger beim Dachzelt…

Der Teufel liegt hier im Detail. Als Führer eines Fahrzeuges mit Fracht oder Sonderzubehör, bist du laut §22 der StVo für die Ladungssicherung zuständig, also auch für die benutzten Dachträger. Du musst also einen Dachträger kaufen, der den statischen und dynamischen Kräften stand hält. Allerdings gibt es gesetzlich keinen Unterschied zwischen den stehenden Kräften und Kräften während der Fahrt.

Dabei ist das eigentliche Problem der erhöhte Schwerpunkt. Alle schweren Teile liegen Bodennah und nach oben wird ein Auto eher leicht. Setze ich nun darüber ein Dachzelt mit etwas Zubehör, habe ich faktisch einen Pendel. Je weiter oben das Gewicht ist, desto höher wird der Schwerpunkt und das beeinträchtigt die Fahreigenschaften. Kritisch ist vor allem eine Fahrt durch eine Kurve und je höher die Geschwindigkeit, desto größer die Zentrifugalkräfte, die das Pendel physikalisch schwerer machen. Kurzum, es kann zum Kippen des Fahrzeugs kommen. Leider könnt ihr das nicht als Argument nehmen, da ein Hersteller immer sagen wird: Da steht 75Kg Dachlast oder 100Kg Tragkraft, egal aus welchem Grund.

Thule Dachträger

Dazu kommt, dass die Hersteller sich selber aus der Haftung nehmen. Thule sagt ganz klar, dass ihre Dachträger nicht für Dachzelte geeignet sind. Thule selber hat auf seiner Internetseite dazu nichts stehen. Es gilt die statische Angabe der Produktbeschreibung. Auf Anfrage bestätigt Thule das auch.

Bricht nun ein Dachträger während der Fahrt, wird der Hersteller sagen, das könnte von der Überbelastung durch die Schlaffunktion und / oder vergnüglichen Aktivitäten während der Übernachtung kommen. Stichwort: Materialermüdung.

Da hilft es auch nicht, wenn mich der Verkäufer falsch beraten hat. Mal abgesehen davon, dass ich es beweisen müsste. Er hätte mir wenigstens 4 statt der 2 Dachträger empfehlen müssen. Eigentlich sogar 5… Beim Ford Kuga ist die Montage aber fast unmöglich, da die Reeling doch recht rund ist… und selbst bei 5 sind wir wieder bei der Thule Aussage, nicht für Dachzelte!

 

Reeling und der Dachträger

Und wenn wir schon bei der Reeling sind…

Meine Frau, ich und Dachzelt bringen knapp 230Kg auf das Dach, dass nur mit 75Kg angegeben ist. Irgendwo habe ich gelesen, dass sich die Reeling durchgebogen hat. Da kann ich mit 4 Dachträgern, der stabilen Karosse argumentieren wie ich will, wenn der Hersteller 75Kg angibt, ist er aus der Haftung.

Das Problem ist halt auch, dass die Reeling ja nicht mehr aushalten muss als die Dachlast besagt. Die Hersteller haben natürlich für die dynamischen Kräfte eine Reserve, aber wie hoch ist die? Im Zuge der Materialeffiziens, werden die das nicht höher als nötig machen.

Selbst wenn Du die guten Rhino Dachträger nimmst, bist du bei der Übernachtung wohl deutlich über der erlaubten Dachlast. Irgendwas ist ja immer….

Aber:

Wenn ich nun 5 Dachträger von Thule nehme, damit also 250Kg absichere, sollte es doch gehen?

Klares Jein.

Thule verweisst auf seiner Seite nirgends auf die Dachzeltproblematik hin. Als Käufer muss ich also davon ausgehen, dass 5x50Kg im erlaubten Rahmen sind. Auch wenn du recht hast, zumindest theoretisch, wird Thule das wohl per Rechtsanwalt anfechten. Zumindest vermute ich das ganz stark.

 

Die Lösung:

Keine. Du kannst nicht alles unter ein Dach bringen und irgendwas wirst du immer überschreiten. Am wichtigsten ist es aber, dass du den §22 der StVo einhälst und man dir keine grobe Fahrlässigkeit anhängen kann.

Tipps die an einhalten sollte:

  • Achtet unbedingt auf die zulässige Dachlast. Nicht nur wegen der Versicherung, sondern auch wegen Kontrollen. Kann nämlich recht teuer werden.
  • Nehmt vielleicht einen Dachträger mehr zur Sicherheit und Lastverteilung
  • Baut das Dachzelt stabil auf das Dach, dass man euch zumindest keine Fahrlässigkeit unterjubeln kann
  • Packt das Dachzelt beim Schlafen nicht noch mit unnötigem Gewicht zu

 

Kein schönes Thema, aber für den Fall der Fälle könnte eine Rechtsschutz sinnvoll sein. Aber da fast alles auf euch zurück fällt, das Geld lieber gespart und wenn was passiert, nehmt das gesparte Geld für die Reperatur.

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